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Recht + Gesetz Gefahrstofflagerung

Gefahrstofflagerung

Schutzziele und Vorschriften

Technische Regeln für Gefahrstoffe: TRGS 510

»Die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) geben den Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Arbeitshygiene [ ] für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, einschließlich deren Einstufung und Kennzeichnung wieder. Sie werden vom Ausschuss für Gefahrstoffe ermittelt und vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Gemeinsamen Ministerialblatt bekannt gegeben.
Die TRGS konkretisiert im Rahmen ihres Anwendungsbereichs Anforderungen der Gefahrstoffverordnung.

1 Anwendungsbereich
TRGS 510 gilt für das Lagern von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern einschließlich folgender Tätigkeiten

  1. Ein- und Auslagern
  2. Transportieren innerhalb des Lagers und
  3. Beseitigen freigesetzter Gefahrstoffe.

2 Begriffsbestimmungen
[ ] Lager im Sinne dieser TRGS sind Gebäude, Bereiche oder Räume in Gebäuden oder Bereiche im Freien, die besondere Anforderungen zum Schutz von Beschäftigten und anderen Personen erfüllen und dazu bestimmt sind, Gefahrstoffe zum Lagern aufzunehmen. Hierzu zählen auch Container oder Schränke.

Lagerabschnitt ist der Teil eines Lagers, der von anderen Lagerabschnitten oder angrenzenden Räumen [ ] getrennt ist. Sicherheitsschränke mit einer Feuer-widerstandsfähigkeit von 90 Minuten gelten als Lagerabschnitt.«

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Wassergefährdung und Gewässerschutz

Auffangwannen dienen bei der Gefahrstofflagerung zum Schutz des Grundwassers. Ihr Zweck ist die Aufnahme von Leckagen. Die vorgeschriebene Größe der Auffangwanne richtet sich nach dem Umfang des Lagerguts. Auffangwannen müssen geeignet sein, entweder 10 % der gelagerten Menge aufzunehmen oder den gesamten Inhalt des größten gelagerten Gebindes.

Mehr Sicherheit als die Norm in Europa

»Das GS-Zeichen gilt für Sicherheitsschränke zur Aufbewahrung, Lagerung oder Bereitstellung brennbarer Flüssigkeiten und für Sicherheitsschränke für Druck-gasflaschen. Neben den allgemeinen, durch das Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG) vorgegebenen Anforderungen sind zusätzlich folgende Normen gemäß Absatz 1. Prüfgrundlage zu verwenden: […] DIN EN 14470-1, -2 und DIN EN 14727

2. Präzisierungen
2.1. Schränke, die mit einem Sockel/ungeschützten Füßen ausgeführt sind, werden ohne Verkleidung dieses Sockels/der Füße geprüft.

2.2. Die Schränke müssen als frei stehende Einzelschränke geprüft werden.

2.3. Die Prüfung muss durchgeführt werden für Schränke nach DIN EN 14470-1

a) mit offenen Zu- und Abluftöffnungen
b) mit geschlossenen, aber nicht verschlossenen Türen
c) mit Beladung der obersten Ablage
d) mit je einer enghalsigen Flasche auf der obersten und der untersten Ablage
e) mit Messpunkten zur Prüfung der Stabilität […]

2.8 Da die DIN EN 14470-2 zwar vorschreibt, dass im Brandfall die Zu- und Abluftventile automatisch schließen müssen, aber keinen Temperaturbereich angibt, wird der Wert von (70 ±10) °C übernommen.

4. Berücksichtigung weiterer Verordnungen zum GPSG
Fällt der Sicherheitsschrank noch in den Anwendungsbereich von Verordnungen zum Geräte und Produktsicherheitsgesetz, so sind auch diese Anforderungen zu prüfen und im Rahmen der Vergabe des GS-Zeichens einer Bewertung zu unterziehen.

6. Variation der Abmessungen/Zulassung nach baulichen Veränderungen
Bei einem geprüften und mit GS-Zeichen versehenen Sicherheitsschrank sind bauliche Veränderungen außerhalb der in DIN EN 14470-1 bzw. DIN EN 14470-2 jeweils Anhang B beschriebenen Vorgaben ohne erneute Prüfung nicht zulässig.«

Schutzziele und Vorschriften

EN 14470-1 Sicherheitsschränke für brennbare Flüssigkeiten

»In erster Linie umfasst diese Europäische Norm die drei hauptsächlichen Sicherheitsanforderungen zur Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten, welche sind:
a) Minimierung des Brandrisikos im Zusammenhang mit der Lagerung von brennbaren Stoffen und Schutz des Inhaltes der Schränke im Brandfall über eine bekannte (geprüfte) Mindestzeitspanne (Feuerwiderstandsklasse)
b) Minimierung der in die Arbeitsumgebung abgegebenen Dämpfe
c) Rückhaltung möglicher Leckagen im Innern der Schränke.

1 Anwendungsbereich
Die Europäische Norm [ ] gilt für Schränke mit einem Gesamtinnenvolumen von max. 1 m³. Die Klassifizierung der Schränke erfolgt nach Brandprüfung gemäß EN 1363

5.2 Türen
5.2.1 Die Schranktüren müssen von jeder Stellung aus vollständig selbstschließend sein. [Hinweis: PRIORIT Türen verschließen mit Feststellanlage und Türschließer bei jedem Brand]

5.3 Seiten- und Rückwände
Die Seitenwände und die Rückwand des Schrankes müssen gleiche Dicke und vergleichbare Bauweise aufweisen.

5.4 Lüftung
5.4.1 Die Schränke müssen mit Öffnungen für Zu- und Abluft versehen sein, um den Anschluss des Schrankes an ein Abluftsystem zu ermöglichen.

5.6 Bodenauffangwanne
Eine Bodenwanne muss unterhalb der untersten Stellebene eingebaut sein. Die Bodenwanne muss ein Mindestauffangvolumen von 10 % aller im Schrank gelagerten Gefäße haben, oder mindestens 110 % des Volumens des größten Einzelgebindes, je nachdem welches Volumen größer ist.

7 Mitzuliefernde Informationen
Der Schrankhersteller muss zusammen mit dem Schrank ein Informationshandbuch liefern, welches mindestens folgende Punkte enthält:

a) die Höchstbelastbarkeit jeder Ablage (siehe 5.5) und des gesamten Schrankes
b) das Höchstvolumen, in Liter, des größten Einzelgebindes, das im Schrank gelagert werden darf
c) das Bodenwannenvolumen, in Liter.«

EN 14727: Schränke in Laboratorien

»Die EN legt Anforderungen und Prüfverfahren für Schränke und Regale zur Verwendung in Laboratorien fest. Sie legt Anforderungen an die Festigkeit, Dauerhaltbarkeit und Sicherheit fest, um ernsthafte Verletzungen […] zu verhüten.

6 Allgemeine Sicherheitsanforderungen
Bauteile oder Teile von Schränken und Regalen sowie Arbeitsplatten von Schränken und Regalen, mit denen der Benutzer bei üblichem Gebrauch in Berührung kommen kann, dürfen keine Grate und/oder scharfe Kanten oder Rohre mit offenen Enden aufweisen. Um eine Gefährdung durch Einklemmen zwischen bei üblichem Gebrauch erreichbaren beweglichen Teilen zu vermeiden, muss der Abstand zwischen diesen Teilen in jeder Position der Bewegung kleiner als 8 mm oder größer als 25 mm sein.

7.1 Einlegeböden
Alle Einlegeböden müssen gegen Herausfallen gesichert sein. Ein unbeladener Einlegeboden darf nicht kippen.

7.2 Bodenträger
Alle Bodenträger des zu prüfenden Einlegebodens müssen geprüft werden.

7.3 Drehtüren
7.3.4 Dauerfestigkeitsprüfung an Drehflügel- und Drehgelenk-Türen
Die Tür wird 50 000 Zyklen (vor und zurück) bewegt. Dabei ist die Tür aus einer Position, die 45° von der vollständig geschlossenen Position entfernt ist, in eine Position, die 10° von der vollständig geöffneten Position entfernt ist, zu schwenken, jedoch maximal bis zur 135° Position und ohne Einwirkung von Querkräften. Die empfohlene Prüffrequenz beträgt 6 Zyklen je Minute. Nach Beendigung der Prüfung darf der Kraftaufwand zum Öffnen und Schließen der Tür um nicht mehr als 20 % abweichen.

8 Standsicherheit
8.1 Standsicherheit mit geschlossenen Schubkästen und Türen
Freistehende Möbel und Möbelkombinationen dürfen im unbeladenen Zustand nicht umkippen, wenn eine horizontale Kraft von 200 N an einer Stelle auf das Möbel aufgebracht wird, die am wahrscheinlichsten zum Umkippen führt.«

PRIORIT wünscht Ihnen ein frohes Weihnachtsfest
und einen guten Start ins neue Jahr 2018