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Recht + Gesetz Trennung von Brand- und Rauchabschnitten im Tunnelbau

Vorbeugender Brandschutz im Straßentunnel

Schutzziele und allgemeine Vorschriften

EG-Tunnelrichtlinie 2004/54/EG (Ausgabe 2004)

Richtlinie 2004/54/EG des Europäischen Parlaments und des Rates der Europäischen Union über Mindestanforderungen an die Sicherheit von Tunneln im transeuropäischen Straßennetz Herausgeber: Europäisches Parlament und der Rat der Europäischen Union

»Artikel 1: Gegenstand und Anwendungsbereich
(1) Ziel dieser Richtlinie ist die Sicherstellung eines Mindestsicherheitsniveaus für Straßennutzer in Tunneln des transeuropäischen Straßennetzes durch die Verhütung kritischer Ereignisse, die eine Gefahr für Menschenleben, Umwelt und Tunnelbetriebsanlagen darstellen, sowie durch den Schutz im Falle von Unfällen.
(2) Diese Richtlinie gilt für alle Tunnel des transeuropäischen Straßennetzes mit einer Länge von 500 m, unabhängig davon, ob sie sich im Betrieb, im Bau oder in der Planungsphase befinden.«

ZTV-ING Teil 5 Abs. 4 (Ausgabe 2009)
Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen für Ingenieurbauwerke, Teil 5 Tunnelbau, Abschnitt 4 Betriebstechnische Ausstattung von Straßentunneln
Herausgeber: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrsführung (FGSV)

»(1) ... (ZTV-ING T5 A4) gelten für Neuanlage, Erhaltung und Erneuerung der betriebstechnischen Ausstattung von Straßentunneln ...«

Die ZTV-ING T5 A4 beschreibt die Ausführung (Lastannahmen, Sicherstellung einer langen Gebrauchsdauer, sonstige Anforderungen an Bau- u. Anlagenteile, Anforderungen an Befestigungsmittel u. Aufhängekonstruktionen), die baubegleitenden Maßnahmen (Vermessung, Entsorgung), die Eignungs- u. Funktionsprüfungen (beim Hersteller, vor Ort) sowie die erforderlichen Bestandsunterlagen für die betriebstechnischen Ausstattung von Straßentunneln.

TL/TP TTT (Ausgabe 2010)

Technische Lieferbedingungen und Technische Prüfvorschriften für Türen und Tore in Straßentunneln
Herausgeber: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)

»1 (1) Die „Technischen Lieferbedingungen und Technischen Prüfvorschriften für Türen und Tore in Straßentunneln“ (TL/TP TTT) enthalten die für die Herstellung und den Einbau von Türen und Toren für Notausgänge (im Bereich von Flucht- und Rettungswegen und von Rettungsräumen) in Straßentunneln maßgebenden Anforderungen.«

RABT (Ausgabe 2006; Deutschland)

Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln
Herausgeber: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrsführung (FGSV)

Allgemeines Rundschreiben Straßenbau (ARS) Nr. 10/2006
Betr.: Betriebstechnische Ausstattung von Straßentunneln Umsetzung der Richtlinie 2004/54/EG über Mindestanforderungen an die Sicherheit von Tunneln im transeuropäischen Straßennetz in nationales Recht
Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln (RABT), Ausgabe 2006
Herausgeber: Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung (BMVBS)

»Vor dem Hintergrund der schweren Brandunfälle in einigen Tunneln der Alpenländer wurden in den letzten Jahren mögliche Maßnahmen zur Erhöhung der Nutzersicherheit ausführlich untersucht. In diesem Zusammenhang wurde von der EU-Kommission (KOM) die Richtlinie 2004/54/EG … (EG-Tunnelrichtlinie) bekannt gegeben. Zur erforderlichen nationalen Umsetzung wurden die … (RABT)… fortgeschrieben und liegen nunmehr in der Ausgabe 2006 vor. …
Ein wichtiger Aspekt der neuen Regelungen ist u.a. die Verbesserung der Möglichkeiten zur Selbstrettung der Nutzer im Ereignisfall. Hierzu ist es besonders wichtig, dass diesbezügliche Sicherheitseinrichtungen in allen Straßentunneln möglichst einheitlich ausgeführt und gestaltet sind.

0.1 Inhalt
Die ... (RABT) enthalten Grundsätze, Hinweise und Kriterien für die Planung der Ausstattung von Straßentunneln sowie für deren Betrieb.

0.2 Geltung
Die RABT gelten für alle für den Kraftverkehr bestimmten Tunneln ab einer geschlossenen Länge von 80 m. Darüber hinaus gelten die Richtlinien für bestehende Tunnel ab 400 m Länge und, unter Prüfung der Verhältnismäßigkeit der zu treffenden Maßnahmen, auch für Tunnel zwischen 80 und 400 m Länge

0.4 Gesamtsicherheitskonzept
Die Richtlinien sind kein starrer Maßstab. Bei ihrer Anwendung sind vielmehr die vielfältigen und unterschiedlichen Anforderungen aus Verkehrsqualität, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit sowie aus den Umweltbedingungen ausgewogen zu berücksichtigen und in ein Gesamtsicherheitskonzept einzubinden. Ausgehend von einem festzulegendem typischen Schadensszenario (Unfall, Brand, LKW, PKW usw.) muss dieses Konzept insbesondere Aussagen zur Schadensverhütung, Schadensmeldung, zur Selbst- und Fremdrettung von Personen sowie zur Hilfeleistung und Brandbekämpfung der Rettungsdienste beinhalten.
Die aus der Gesamtsicherheitsbetrachtung resultierenden baulichen Maßnahmen müssen Bestandteil der Planfeststellungsunterlagen sein.«

MLAR (Ausgabe 2005)

Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Leitungsanlagen (Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie)
Herausgeber: Fachkommission Bauaufsicht der Bauministerkonferenz

Die MLAR gilt in Verbindung mit der MBO (Musterbauordnung) und der DIN 4102 /EN 13501-2 (Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen) für Gebäude aller Art. Sie legt die brandschutztechnischen Mindestanforderungen an die Leitungsanlagen fest.

Eine der wichtigen Inhalte der MLAR , die auch für die Einbindung in das Gesamtsicherheitskonzept zur Ausstattung von Straßentunneln sinnvoll wäre, sind die brandschutztechnischen Mindestanforderungen an den Funktionserhalt von elektrischen Leitungsanlagen – Leitungen und Verteiler der sicherheitstechnischen Anlagen – im Brandfall.

Brand- und Rauchabschnitte im Straßentunnel

Schutzziele und Vorschriften

EG-Tunnelrichtlinie 2004/54/EG (Ausgabe 2004)

»2.3 Fluchtwege und Notausgänge
2.3.3. Notausgänge ermöglichen es, dass die Tunnelnutzer bei Unfall oder Brand den Tunnel ohne ihre Fahrzeuge über die Notausgänge verlassen und einen sicheren Bereich erreichen können und dass die Einsatzdienste auch zu Fuß in den Tunnel gelangen können. Solche Notausgänge sind beispielsweise:

  • direkte Ausgänge vom Tunnel ins Freie
  • Querverbindungen zwischen Tunnelröhren
  • Ausgänge zu einem Fluchtstollen
  • Schutzräume mit einem von der Tunnelröhre getrennten Fluchtweg.

2.3.4. Schutzräume ohne Ausgang zu einem Fluchtweg ins Freie dürfen nicht gebaut werden.

2.3.5. Notausgänge sind dann vorzusehen, wenn eine Analyse der betreffenden Risiken einschließlich der Rauchbildungs und -ausbreitungsgeschwindigkeit unter örtlichen Gegebenheiten zeigt, dass die Lüftung und andere Sicherheitsvorkehrungen nicht ausreichen, um die Sicherheit der Straßennutzer sicherzustellen.

2.3.6. In neuen Tunneln, deren Verkehrsaufkommen 2.000 Fahrzeuge je Fahrstreifen übersteigt, sind auf jeden Fall Notausgänge einzurichten.

2.3.7. Im Falle von bestehenden Tunneln von mehr als 1.000 m Länge, deren Verkehrsaufkommen 2.000 Fahrzeuge je Fahrstreifen übersteigt, sind die Machbarkeit und die Wirksamkeit der Einrichtung neuer Notausgänge zu untersuchen.

2.3.8. Sofern Notausgänge vorhanden sind, darf der Abstand zwischen zwei Notausgängen 500 m nicht übersteigen.

2.3.9. Geeignete Vorkehrungen, beispielsweise Türen, müssen die Ausbreitung von Rauch und Hitze in die über die Notausgänge zugänglichen Fluchtwege verhindern, damit die Tunnelnutzer sicher ins Freie gelangen können und den Einsatzdiensten der Zugang zum Tunnel möglich ist.«

RABT (Ausgabe 2006; Deutschland)

»6.1.3 Notausgänge, Flucht- und Rettungswege
Rettungswege sind rauchfrei zu halten. Hierzu sind Schleusen oder Überdruckbelüftung geeignet. Die Flucht- und Rettungswege sind brandschutztechnisch so zu trennen, dass jede Röhre, jeder Rettungsstollen und jeder Rettungsschacht für sich als ein Brandabschnitt betrachtet werden kann.

Türen in begehbaren Rettungswegen sind mindestens mit einer lichten Öffnung von 1,0 m x 2,0 m auszuführen.

Die Türen in den Notausgängen müssen einer Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten genügen und sich jederzeit mühelos öffnen lassen. Die von fliehenden Personen aufzubringende Kraft sollte 100 N nicht übersteigen. Die Türen sollen zum sicheren Bereich hin in Fluchtrichtung aufschlagen.

Die Türen in der Mittelwand zwischen den Tunnelröhren sollen durch eine Kennzeichnung oder in anderer Weise (z.B. Hinweisschilder auf gelbem Hintergrund) auf den Fahrverkehr aufmerksam machen. Diese Türen sollten ein Sichtfenster (Abmessungen B x H ca. 50 cm x 60 cm, Brüstungshöhe ca. 1,20 m) besitzen. Die Oberfläche von in Fluchtrichtung öffnenden Türen und deren Umrandung von 50 cm sind in RAL-Ton 6032 (gemäß der DIN 4844) auszuführen (siehe Bild 19) Das öffnen der Türen ist in der Betriebszentrale anzuzeigen.«

TL/TP TTT (Ausgabe 2010)


»1 (1) Die „Technischen Lieferbedingungen und Technischen Prüfvorschriften für Türen und Tore in Straßentunneln“ (TL/TP TTT) enthalten die für die Herstellung und den Einbau von Türen und Toren für Notausgänge (im Bereich von Flucht- und Rettungswegen und von Rettungsräumen) in Straßentunneln maßgebenden Anforderungen.

3 Anforderungen

Die einzusetzenden Türen und Tore müssen die Anforderungen dieser TU/TP TTT mindestens hinsichtlich

  • Feuerschutz
  • Rauchschutz
  • Dauerhaftigkeit, im Sinne von
    • Beständigkeit gegen eine aggressive Atmosphäre, Sicker-/Spritzwasser, Staub bzw. Verschmutzung, Reinigungswässer
    • mechanischer Beständigkeit gegen Reinigungsmaßnahmen (Bürsten, Hochdruckwasserstrahl)- Dauerfunktionstüchtigkeit im Sinne der DIN 4102-18 für die Türen
  • Druck- und Sogbeanspruchung aus dem Betrieb des Tunnels
  • Bedienbarkeit (Tür- bzw. Torverschluss)
  • Farbgebung

erfüllen.

3.2 Feuerschutz
(1) Türen müssen die Anforderungen einer Einstufung in die Feuerwiderstandsklasse T 90 (DIN 41 02-5 / EN 1634-1) erfüllen.

3.3 Rauchschutz
(1) Türen und Tore sind rauchdicht in Anlehnung an DIN 18095 / EN 1634-3 auszuführen. Aus Gründen der Bedienbarkeit sind die Türen und Tore ohne Rauchdichtung zwischen Unterseite der Tür und Oberseite des Fußbodens auszuführen.

3.4 Dauerhaftigkeit
Zur Gewährleistung einer dauerhaften Korrosionsbeständigkeit sind Türen und Tore einschließlich deren Verankerung grundsätzlich in nicht rostendem Stahl der Widerstandsklasse III (gemäß AIIgemeine bauaufsichtliche Zulassung Z 30.3-6, Anlage 1, Tabelle 1 und Anlage 2, Tabelle 2) auszuführen. […](2) Es müssen Vorkehrungen gegen das Eindringen von Staub und anderen Verschmutzungen in das Innere der Tür-/Torkonstruktion getroffen werden, […] (3) Es sind dauerelastische Dichtungen aus Silikon oder gleichwertig zu verwenden.

3.5 Dauerfunktionstüchtigkeit
(1) Die Türen und Tore müssen die bei üblichem Gebrauch auftretenden Beanspruchungen (Öffnungs- und Schließvorgänge) dauerhaft ohne Schäden ertragen und im Brandfall die Schutzfunktion voll erfüllen. (2) Es gelten für die Türen die Anforderungen der DIN 4102-18.

3.6 Druck- und Sogbeanspruchung
Die Türen und Tore sind auf eine Druck- und Sogbeanspruchung von mindestens 0,5 kN/m2 bei einem lichten Tunnelquerschnitt von ? 50 m² und 0,8 kN/m² bei einem lichten Tunnelquerschnitt von ? 43 m² auszulegen. Zwischenwerte sind linear zu interpolieren.

3.9 Bauart und Abmessungen
(11) Der Luftspalt zwischen der Unterseite der Tür und der Oberseite des Fußbodens darf im geschlossenen Zustand der Tür 8 mm nicht überschreiten.«

ZTV-ING Teil 5 Abs. 4 (Ausgabe 2009)

»2.2 Lastannahmen
Verweis auf Abschnitt 1 Nr. 3.2.4

3.2.4.2 Druck und Sog auf Bekleidungen: Für Tunnel im lichten Querschnitt von 50 m² und mehr sind die Bekleidungen für die Einwirkung aus Druck und Sog mit 0,5 kN/m² zu bemessen. Bei Tunneln mit geringerem Querschnitt erhöht sich der Sog. Bei einem lichten Querschnitt von 43 m² und weniger beträgt er 0,8 kN/m². Zwischenwerte sind linear zu interpolieren.«

PRIORIT wünscht Ihnen ein frohes Weihnachtsfest
und einen guten Start ins neue Jahr 2018