Baulicher Brandschutz im Tunnelbau

Baulicher Brandschutz im Tunnelbau

Verkehrsbauten wie Tunnel unterliegen strengen Auflagen und umfangreichen Qualitätsprüfungen. Bedingt durch Unfallabwehrmaßnahmen wie z.B. Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Überholverbote ist die Unfallhäufigkeit im Tunnel durchschnittlich geringer wie im Freiland. Auch sind Tunnelstraßen nicht den Witterungsverhältnissen wie Schnee, Glatteis usw. ausgesetzt. Dagegen steht allerdings die Tatsache, dass die Ausmaße eines Brandes im Tunnel meist erheblich schwerwiegender sind als auf freier Strecke.

Baulicher Brandschutz im Tunnelbau (© shutterstock)
Baulicher Brandschutz im Tunnelbau (© shutterstock)

Elektrischer Funktionserhalt

elektrischer Sicherheitsanlagen im Tunnelbau

Die schnelle und sichere Evakuierung von Personen im Falle eines Brandes setzt voraus, dass alle relevanten Sicherheitseinrichtungen für diesen Zweck in ihrer Funktion nicht beeinträchtigt werden. Straßentunnel werden daher zum größten Teil mit elektrischen Leitungsanlagen (Leitungen + Verteiler) ausgestattet, die neben der allgemeinen Stromversorgung (AV) der Versorgung sicherheitstechnische Anlagen im Tunnel dienen, die im Brandfall ihre Funktion für eine bestimmte Zeitdauer (Funktionserhalt 90 min) aufrechterhalten müssen (z.B, Nacht-/ Not-/ Brandnotbeleuchtung, Entrauchung, Löscheinrichtungen, etc.).

Trennung Brandabschnitte

und Rauchabschnitte im Tunnelbau

Rettungswege sind rauchfrei zu halten. Hierzu sind Schleusen oder Überdruckbelüftung geeignet. Die Flucht- und Rettungswege sind brandschutztechnisch so zu trennen, dass jede Röhre, jeder Rettungsstollen und jeder Rettungsschacht für sich als ein Brandabschnitt betrachtet werden kann.

Tunnelbohrmaschine (Bild: Kerem Kurluva - istockphoto)

Rettungszonen im Tunnelvortrieb

Im Tunnelbau wird grundsätzlich zwischen offener Bauweise, bei der der Tunnel von oben her gebaut wird, und der geschlossener Bauweise, bei der der Tunnel von einem oder beiden Endpunkten her vorangetrieben wird. Bei der geschlossenen Bauweise wird der Vortrieb mit Tunnelbohrmaschinen (Schildvortrieb) durchgeführt.
Die Vortriebe werden unter Beachtung bestehender technischer Regelwerke (RABT, BOStrab und EBA-Ril) in drei Gefährdungsklassen eingeteilt. Im Rahmen des bauzeitlichen Sicherheitskonzeptes sind detaillierte Brandschutz-, Flucht- und Rettungskonzepte einschließlich eines Alarm- und Einsatplanes zu erstellen. In diesem Konzept ist festzulegen, ob für den geplanten Vortrieb Schutzcontainer oder Rettungscontainer einzusetzen sind.

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